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Tel Aviv

Wir waren alle ständig in Tel Aviv. Wenn es nicht das Frankfurter Volkstheater war, reiste der DGB oder Walter Wallmann oder der Stadtverordnetenvorsteher, mein Vater. Wir suchten einander, sie suchten einander, besonders die Älteren und mit jeder Begegnung wurde Unsägliches, Unbeschreibliches aufs Neue überwunden.

 

Ich sehe mich mit Erik Blumenfeld durch Jaffa gehen, in diesem neuen grünen Mantel, zu den Künstlern, die so bürgerlich waren zwischen den Arabern, dem Schuk, im Orient. Ich sehe mich im Rathaus sitzen und aus einer rosa Plastiktasse Kaffee trinken im Büro von Ygal Griffel, dem Stellvertreter. So war das damals: einer sprach Wienerisch, der andere -"Cheech"- Berlinerisch. Ich wusste jahrelang seinen richtigen Namen nicht. Und alle die großen und kleinen Hotels auf der HaYarkon, die den Frankfurtern gehörten und Eran, der Empfangschef, fassungslos entwurzelt aus seinem Europa, Eran, der 9 europäische Sprachen sprach und jedem, auch jenen, die an seinem Schicksal Schuld gehabt haben konnten, ein Willkommen in seiner Sprache entbot. Alle trafen sich in der Adam HaCohenNr. 6. Da wohnten Hilde und Akiba Hofmann, ja, Hilde aus der Frankfurter Sophienstraße, die Vorsitzende der Zentra, des Verbandes der deutschen Landsmannschaften in Israel. Wir waren alle ständig in Tel Aviv. Und dann unterzeichneten sie die Partnerschaftsurkunde - Cheech, der Tel Aviver Oberbürgermeister Shlomo Lahat, und Walter Wallmann, sein Kollege aus Frankfurt am Main. Frankfurt am Main und Tel Aviv gehörten zusammen. Am 1. Oktober ist Shlomo Lahat gestorben. RoshHashana hat er noch erlebt. Nun beobachtet er an einem Ort, den wir nicht kennen, wie sich das Jahr 5775 und alle weiteren entwickeln. Und mit ihm sind, so wollen wir glauben,Liesel Christ und Ygal Griffel und Hilde Hofmann und Egon Lorenz und Walter Wallmann und Erik Blumenfeld, jene Generation, die uns das Wieder-Miteinander-Sprechen gelehrt hat.

 

Wir sind alle ständig in Tel Aviv. Das ist eine andere Stadt in einem anderen Land, die wir lieben, das wir lieben. Aber so viele Menschen und die Jugend des Staates und unsere eigene Jugend vermissen wir.

Shana Tova


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